08/21 - 05/22: University of Hawaiʻi at Mānoa, Philosophy Department
cotten@ifk.ac.at
Vorarbeiten zu einer empirischen Ästhetik, die auch für Maschinen funktioniert: Ein Evaluationskit für die Recyclingfähigkeit existierender Theorien
Asiatisches Produktdesign handhabt Ästhetik als normalen Teil einer funktionalen Denkweise, während hartnäckige westliche Dichotomien etwa von Geist und Körper oder Mensch versus Maschine zu großen Energieverlusten führen. Die späte Industrialisierung und eklektische Übersetzungsgeschichte Japans machen ein Studium japanischer Diskurse zu einem idealen Ausgangspunkt, um eurozentrischen Verzerrungen des Denkens zu begegnen.
Ausgehend vom Grundsatz, dass Erklärung nur eine Art von Übersetzung ist, Übersetzung aber einen genaueren Blick auf potenziell widersprüchliche Details erfordert, entwickelt Ann Cotten eine relativistische und bewusst zirkuläre Methode, existierende ästhetische Theorien und Terminologien in Hinblick auf ihre Wiederverwertbarkeit zu untersuchen. Das ultimative Ziel der Arbeit ist eine nichthumanistische Ästhetik, die unter anderem künstlicher Intelligenz und selbstlernenden Programmen helfen soll, die funktionale Beziehung von Menschen zu Schönheit und Eleganz zu verstehen.
Ann Cotten studierte bis 2007 Neuere deutsche Literatur an der Uni Wien und am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Ihre Diplomarbeit behandelte Listen in der Konkreten Poesie. Danach verbrachte sie über zehn Jahre als Produzentin von Primärliteratur, sich dabei verschiedener Genres sowie unklassifizierter Schreibweisen bedienend, wofür sie einige Preise erhielt. Ihr bilingualer Hintergrund (USA, Österreich) wird durch das fortlaufende Studium der japanischen Sprache um eine Dimension erweitert. Interessengebiete sind globalregionale Unterschiede in der Begriffsgeschichte, Sprache als System, Verstärkung und Verzerrung, Nebenfunktionen und interkulturelle Unterschiede in Ästhetik, Philosophie und künstlicher Intelligenz. Zu den von ihr übersetzten AutorInnen gehören Nirvana, Liesl Ujvary, Isabel Waidner, Rosmarie Waldrop und Joe Wenderoth.
Publikationen (u. a.): (Hg.), Literatur von Nicht-Muttersprachlern. Eine reflektierende Sammlung (= Triëdere#21) (2020); gem. mit Daniel Falb, Hendrik Jackson, Steffen Popp, Monika Rinck (Hg.), Helm aus Phlox. Zur Theorie des schlechtesten Werkzeugs, Berlin 2011, S. 336; Nach der Welt. Die Listen der Konkreten Poesie und ihre Folgen, Wien 2008, S. 224.
Online-Präsentation von Legacy Russells Buch "Glitch Feminism", das Übersetzungskollektiv: Ann Cotten, Barbara Eder, Franziska Füchsl, Mark Kanak, Jakob Kraner, Claire Palzer, Fiona Sironic, Lotta Thießen und Bradley Williams Cohen. Erscheint demnächst bei Merve.
24.3.2021, 20h:
https://www.hebbel-am-ufer.de/en/programme/pdetail/glitch-feminism
https://www.merve.de/index.php/search
Weitere Übersetzungen von Ann Cotten, die demnächst erscheinen: zwei Bücher von Rosmarie Waldrop:
https://www.suhrkamp.de/buecher/pippins_tochters_taschentuch-rosmarie_waldrop_22518.html
Ebenso: "Das Proben der Symptome" bei Urs Engeler als roughbook: http://www.engeler.de/
Das IFK gratuliert den Nominierten der Leipziger Buchmesse 2021 und ganz besonders jenen darunter, die im Laufe Ihrer Karriere als Schreibende und Forschende ein oder mehrere Fellowhips am IFK inne hatten:
In der Kategorie Sachbuch: Heike Behrend («Menschwerdung eines Affen»), Dan Diner («Ein anderer Krieg»), Michael Hagner («Foucaults Pendel und wir»)
In der Kategorie Übersetzung, aus dem Englischen: Ann Cotten für «Pippins Tochters Taschentuch», derzeit IFK_Junior Fellow
Tuesday, 20 April 2021, 7 pm CET
Die gebürtige US-Amerikanerin Ann Cotten ist am Sonntag in Klagenfurt mit dem Gert-Jonke-Preis ausgezeichnet worden. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wurde heuer in der Sparte Lyrik vergeben.Derzeit ist Ann Cotten IFK_Junior Fellow. Wir gratulieren auf das Herzlichste!
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ANN COTTEN / MICHAEL HAGNER / GERTRUD KOCH / ELFRIEDE JELINEK / CLEMENS I. SETZ / APICHATPONG WEERASETHA-KUL
https://spectorbooks.com/
Sind es Ahnen, die die Luft schwer machen, sich um die Insel drängen? In Gestalt von Menschen, Wolken, Winden, Fischen, Vögeln der Berge, Vögeln der Küste, Zugvögeln und Hochseevögeln, die zum Flirten, Eierlegen und Rasten nach Hawaii kommen und sich wieder zurückziehen aufs offene Meer?
In diesem Vortrag staunt Ann Cotten über die Kontinuität der Symmetrien in Theorien, Fachsprachen und Diagrammen. Dabei wagt sie ein paar Hypothesen, warum bestimmte User Interfaces sich zur Organisation von Ideen bewährt haben und warum „User Interface“ als Denkgerüst für posthumanistisches Denken/Übersetzen geeignet erscheint.