Barbara Vinken
IFK_Gast des Direktors


Zeitraum des Fellowships:
01. März 2022 bis 30. Juni 2022

Barbara Vinken

PROJEKTTITEL

Oper und Opfer



PROJEKTBESCHREIBUNG

Die Oper ist im 16. Jahrhundert wie die Tragödie aus Opferkulten entstanden (Nietzsche, Macho). Noch für die italienische Oper des 19. Jahrhunderts ist die Frage des Opfers strukturierend: Von Violetta verlangt Germont ausdrücklich ein Opfer »sacrifizio«; »sublime vittima« nennt er sie in der großen Todesszene. Bei Verdi, Puccini oder Mascagni kommt es zu einer ganz anders ausfallenden, genauer zu bestimmenden Opferkonkurrenz. In den Gender Studies und postkolonialen Studien ist die Oper massiv ins Kreuzfeuer der Kritik geraten: als misogyn, rassistisch, antisemitisch, islamophob, imperialistisch, homophob. Diese genderpolitischen und postkolonialen Interpretationsansätze möchte ich als Paradigma einer neuen Opferkrise fassen.

Die Opern des 19. Jahrhunderts arbeiten an einer Umbesetzung des Opfertodes Christi. Diese Umbesetzung soll in einem neuen Liebesopfer gelingen. Sie kann als Perversion der Eucharistie, als schwarze Messe kommen. Sie kann auch Rückfall in die antik-orientalischen Opferkulte sein.



CV

Barbara Vinken, Prof. Dr., Ph.D., ist seit 2004 Professorin für Allgemeine Literaturwissenschaft und Romanische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). 1989 in Konstanz und 1991 in Yale promoviert, habilitierte sie sich 1996 in Jena. Bevor sie an die LMU wechselte, folgte sie Rufen auf die romanistischen Lehrstühle in Hamburg und Zürich. Sie war Gastprofessorin an der New York University (zuletzt 2012), der Humboldt-Universität zu Berlin, der EHESS Paris, der Université Michel de Montaigne in Bordeaux, der Johns Hopkins University in Baltimore, der FU Berlin, am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin (ZfL), an der Venice International University (VIU) und an der University of Chicago (The Franke Institute for the Humanities, Center for Disciplinary Innovation, 2012). Barbara Vinken schreibt außerdem für Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Harper’s Bazaar und Philosophie Magazin. Zudem ist sie regelmäßig in der 3sat- Buchzeit zu sehen.



Publikationen

mit Michèle Lowrie, Civil War and the Collapse of the Social Bond: the Roman Tradition at the Heart of the Modern, Cambridge 2021; Die Blumen der Mode – Klassische und neue Texte zur Philosophie der Mode, Stuttgart 2016; Flaubert. Durchkreuzte Moderne, Frankfurt/M. 2009; [englisch Flaubert Postsecular. Modernity Crossed Out, übers. von Aarnoud Rommens mit Susan L. Solomon, Stanford/Stanford 2015.]



Mit IFK_Gast des Direktors Barbara Vinken: EIN TAG ZU FRANZ MARC UND GUSTAVE FLAUBERT

EIN TAG ZU FRANZ MARC UND GUSTAVE FLAUBERT

15. Mai 2022, 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Tickets: 20,00 € inkl. Museumseintritt
Erhältlich ausschließlich über den Onlineshop

Krieg als Opfer? – Während Franz Marc diesen Satz mit einem Ausrufezeichen versehen hätte, wäre Gustave Flaubert entgegengesetzter Meinung gewesen. Für ihn, das zeigt die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien, waren Blutopfer sinnlos und zeigen nur die Brutalität des Menschen.

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Barbara Vinken: Ver-kleiden

2. und 3. Juni 2022

FRÜHLINGSVORLESUNG
UNRUHE BEWAHREN

BARBARA VINKEN

VER-KLEIDEN
Was wir tun, wenn wir uns anziehen.


Donnerstag, 02.06.2022,
Freitag, 03.06.2022,
jeweils 19.00 Uhr

Literaturhaus Graz
Elisabethstraße 30, 8010 Graz

Preise und Infos zur Anmeldung unter:
www.literaturhaus-graz.at

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MATINEE MIT BARBARA VINKEN: EROTIK IN DER OPER

Barbara Vinken, in Bremen bestens bekannt durch ihre Modekolumne auf Bremen Zwei, wird sich in der Matinee „Erotik der Oper“ mit der Geschichte des wechselseitigen Einflusses von Mode und Theater, insbesondere der Oper auseinandersetzen. Und auch mit der Erotik, mit der die Oper sich gerne schmückt, durch attraktive Hosenrollen oder queere Verführungsversuche auf offener Bühne (Cherubino im Figaro oder Octavian bei Richard Strauss). Eine der leitenden Fragen ist dabei: Inwiefern lässt sich die Mode vom Kostümbild inspirieren? („Das Triadische Ballett“ von Oskar Schlemmer oder David Hockneys „Zauberflöte“).

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Barbara Vinken: Tagung "Piraterie" am 11. April, Mani, GR

Tagung "Piraterie" am 11. April im Leigh-Fermor-House in Mani (Griechenland), organisiert von dem Publizisten Dr. Rainer Hank und den Historikern der Goethe Universität Frankfurt Prof. Dr. Hartmut Leppin und Prof. Dr. Werner Plumpe. 

11:30‐13:00 Barbara Vinken (München, dzt. Fellow am IFK, Wien), Archaische Nichtregulierung und deren erotischen Anziehungen bei Balzac, "Argow, le pirate"

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Vormerken: 3 sat, "Buchzeit" mit IFK_Gast des Direktors Barbara Vinken

Gert Scobel stellt mit den Literaturexpertinnen Barbara Vinken, Sandra Kegel und Katrin Schumacher ausgewählte Romane vor, 3sat, 20.März, 18h, "Buchzeit"

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Ausstellung "Tierschicksale. Franz Marc, Paul Klee, Gustave Flaubert"

Am Sonntag, dem 13. März 2022, wird im Franz Marc Museum in Kochel die Ausstellung "Tierschicksale. Franz Marc, Paul Klee, Gustave Flaubert" eröffnet. Barbara Vinken, derzeit IFK_Gast des Direktors wird an der Ausstellungseröffnung teilnehmen:
Sie hat zusammen mit Frau Dr. Klingsöhr-Leroy den Essayband "Krieg als Opfer? Franz Marc illustriert Gutave Flauberts Legende des Heiligen Julian" verfasst, der als Grundlage für die Ausstellung dient.
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27
April
2022
18:15
  • Lecture
IFK; IFK@Zoom
Barbara Vinken

Kultort Oper: Ergötzt sich die bürgerliche Gesellschaft dort Abend für Abend an einem patriarchalen Schauspiel, das von weiblichem Blut trieft? Gilda, Violetta, Carmen, Manon Lescaut, Mimì? Feiern wir die Niederlage der Weiblichkeit? 

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