Stephan Zandt
IFK_Research Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. März 2021 bis 30. Juni 2021


Kontakt

zandt@ifk.ac.at

Stephan Zandt

PROJEKTTITEL

Prekäre Verwandtschaft: Tier- und Kindergeschichte(n) um 1900



PROJEKTBESCHREIBUNG

Kinder und Tiere werden bis heute in unserer Gesellschaft in enge Beziehung gesetzt, die bis zur Verwandtschaft reicht. Letztere erfährt gerade um 1900 ihre Thematisierung in der noch im Entstehen begriffenen Kinderliteratur, aber auch in der Kinderpsychologie. Zur gleichen Zeit konstituiert sich nicht nur unser modernes Verständnis von Verwandtschaft rund um die Konstruktion der Kernfamilie, sondern auch Kindheit wird mit der Schaffung eigener Räume und deren Ausstattung mit Kinderbüchern, Plüschtieren, Schaukelpferden und Haustieren neu etabliert. Das Projekt fragt anhand exemplarischer Studien zu Kinder- und Tiergeschichten um 1900: Welche Rolle spielen diese neuen Beziehungen von Kindern und Tieren in der Herausbildung und Thematisierung von Verwandtschaft? In welcher Weise stiften Tiere, Tiergeschichten und Kinderbücher auf ganz unterschiedliche Weise reale wie imaginäre Verwandtschaften oder fungierten als Ersatz für diese?



CV

Stephan Zandt studierte Kulturwissenschaft sowie vergleichende Kultur- und Religionswissenschaft (Europäische Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie, vergleichende Religionswissenschaft) in Berlin und Marburg. Von 2013 bis 2021 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. 2019 promovierte er mit einer Arbeit zur Kultivierung des Geschmacks und der Transformationsgeschichte der kulinarischen Sinnlichkeit. Zu seinen Forschungsinteressen gehören – immer mit Blick auf die Kontakte zwischen westlichen und nichtwestlichen Kulturen: die Kulturgeschichte und Anthropologie des Sinnlichen, insbesondere des Kulinarischen sowie der taktilen Berührungen zwischen Haut und Pelz, kulturwissenschaftliche Ästhetik sowie Human Animal Studies. Gegenwärtig arbeitet er an einem Postdoc-Projekt zur Mensch-Tier-Verwandtschaft in Kindergeschichten um 1900.



Publikationen

„Zwischen ‚Malampianismus‘ und ‚Neverland‘. Deckenhöhlen und der Kampf um die Intimitätsräume der Kindheit“, in: Laura Busse-Klingler, Andreas Gehrlach, Waldemar Isaak (Hg.): Selbstbehältnisse, Berlin (im Erscheinen); Die Kultivierung des Geschmacks. Eine Transformationsgeschichte der kulinarischen Sinnlichkeit, Berlin 2019; gem. mit Iris Därmann (Hg.): Andere Ökologien. Transformationen von Mensch und Tier, München 2017.



08
März
2021
18:15
  • Lecture
IFK@Zoom
Stephan Zandt

Die kindliche Psyche „schafft im Zeichen des Verkehrs“, heißt es in Sigmund Freuds Fallbericht über die Pferdephobien des kleinen Hans, die er auf den Straßen Wiens entwickelte. Der Vortrag begibt sich auf die Fahrspur des stockenden Wiener Verkehrs und nimmt ihn zum Anlass, um über den sozialen Verkehr von Kindern mit Tieren nachzudenken.

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