15
November
2021
  • Lecture
IFK; IFK@Zoom

»Wisdom dwells in Pyramids«. Jenseitslandschaften in den altägyptischen Pyramidentexten

18:15

 

Die altägyptischen Pyramidentexte beschreiben ein Übergangsritual, das den Verstorbenen mittels einer sprachlich kodierten Jenseitskarte den Weg weist. Die Verräumlichung religiöser Vorstellungen verbirgt dabei ein verstehensrelevantes Wissen, das die Sinnzusammenhänge der Jenseitsreise bedingt.

Jenseitsvorstellungen sind kulturelle Imaginationen außersprachlicher Existenzwelten, die jenseits der kognitiven Wahrnehmungsgrenze liegen und sich jeglicher Wissenschaftlichkeit entziehen. Die Versprachlichungsprozesse solcher Jenseitsbilder sind über diverse Äußerungsformen der materiellen Kulturen greifbar, die aber raum-zeitlich kodiert sind und verstehensrelevantes religiöses Wissen voraussetzen.Die altägyptischen Pyramidentexte beschreiben ein Jenseits, das den Verstorbenen nicht unmittelbar zugänglich ist, sondern über einen liminalen Grenzbereich der Bewusstwerdung führt, der im Übergangsritual überwunden werden muss. Diese Jenseitsreise findet in einer topologischen Raumzeit statt, die einerseits mythologisch verankert ist und andererseits auf die geografische Umgebung und Himmelslandschaft des Niltals im 24. Jh. v. u. Z. rekurriert. Dies ermöglicht Rückschlüsse auf die Verarbeitung religiösen Wissens und den Einfluss der Landschaft auf die kulturelle Imagination des Jenseits.

 

Kristina Hutter studierte Ägyptologie an der Universität Wien. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Projekt Egyptian Root Lexicon und Universitätsassistentin (Praedoc, uni:docs Fellow) am Institut für Ägyptologie in Wien. In ihrer Dissertation untersucht sie das Übergangsritual der altägyptischen Pyramidentexte und den Einfluss von Landschaften auf die kulturelle Imagination von Jenseitsräumen. Derzeit ist sie IFK_Junior Fellow.

 

 
Weitere Informationen zu Kristina Hutter

Ort: IFK; IFK@Zoom

Zurück