Stadtbeobachtungen: Von der Wahrnehmung des Ganzen in seinen Details
Wien existiert nicht, auch nicht Paris, nicht Berlin oder New York. Oder besser: Es gibt diese Orte jeweils nur als “Stadt an sich”, die all unseren individuellen Stadterfahrungen immer schon zugrunde liegen muss. Das ist anders als in kleinen Orten, die für ihre BewohnerInnen noch auf irgendeine Art intuitiv erfassbar sind. Irgendwann im Laufe des 18. und dann verstärkt mit der Industrialisierung und dem explosionsartigen Wachstum der Metropolen im 19. Jahrhundert wurden die Städte zu einem Wahrnehmungs- und Orientierungsproblem für ihre BewohnerInnen. Um dieses Problem zu lösen, entstand eine Art von Literatur, bei der textuelle und visuelle Strategien eng verzahnt waren. Man kann sie nach ihrem Gründungsbeispiel Tableaux nennen. Ihnen allen ist gemeinsam, Einheit durch Vielheit darstellen zu wollen. Herausragende Beispiele sind hierfür Louis Sébastien Merciers “Tableau de Paris” (1775
Wissenschaftlicher Referent am Einstein Forum, Potsdam