Ethnologische Ausstellungen. Zur Konstruktion von Ethnizität und europäischer Identität.
Die Zurschaustellung “exotischer” Menschen in Europa, die an sich historisch weit zurückreichen, transformieren sich seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts in professionell und international organisierte, massenhaft besuchte und aufwendig inszenierte Ausstellungen, die in europäischen und nordamerikanischen Großstädten gezeigt werden. Die Verbindungen zu Weltausstellungen und Zoos sind über die Selbststilisierung der Schausteller aber auch über Paradigmen, Inszenierung und soziale Nutzung evident. Der Vortrag, der sich auf die in Wien gezeigten Schauen bezieht, fokussiert die (veröffentlichten) Wahrnehmungen, die sich als von verschiedenen politischen, wissenschaftlichen und ideologischen Diskursen gespeiste Projektionen interpretieren lassen.
Mag. phil., geb. 1966, studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Graz sowie Geschichte und Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Mitarbeit an Forschungs- und Ausstellungsprojekten; im Sommersemester 1998 Lektor an der Universität Jerewan/Armenien.