Fachbereich Gesellschaftswissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Sorge ist eine Form des In-Beziehung-Seins, die unseren Alltag organisiert – wenn auch als abwesende oder gewaltvolle Praxis. Wie Sorge konzipiert, kritisiert oder ersehnt wird, welche Beziehungen normalisiert oder begehrt werden, bestimmt sich durch und in den politischen Kämpfen. Der Vortrag wird die widersprüchlichen Bedingungen kollektiver Kämpfe um Sorge reflektieren und nach Möglichkeiten suchen, das von Veronicá Gago als »potencia feminista« (2021) bezeichnete Begehren eines gemeinsamen Kampfes zu bewahren, sich anders – als strukturell sorglos – in Beziehung zu setzen. Ausgehend von Methodologien des feministischen Streiks werden Ambivalenzen dieses kollektiven Ringens adressiert, das sowohl auf Differenz, als auch auf der Einsicht einer geteilten Verletzlichkeit basiert.