Projektbeschreibung

Berufsbezogene Überzeugungen in der Holocaust Education

Wie beeinflussen vergangenheitsbezogene Diskurse die Überzeugungen von Geschichtsvermittler*innen? Welche beruflichen und biografischen Faktoren sind für die Herausbildung dieser Überzeugungen relevant?
Gedenkstätten sind im Diskurs zum Lehren und Lernen über das NS-Regime von besonderer Bedeutung. Dennoch wissen wir nur wenig über die Sichtweisen und Praktiken jener Akteur*innen, die die Bildungsarbeit tatsächlich durchführen. Im Rahmen der Dissertation werden erstmals die berufsbezogenen Überzeugungen (»Beliefs«) von Guides an Österreichs bedeutendster NS-Gedenkstätte, der Gedenkstätte Mauthausen, untersucht. Mittels Interviews und Gruppendiskussionen wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich der Diskurs zur ›Holocaust Education‹ in den Beliefs der Guides manifestiert und darüber hinaus eine Typologie der Herausbildung dieser Überzeugungen entwickelt. Ein solches Forschungsdesign ermöglicht es, die Dynamik zwischen individuellen vergangenheitsbezogenen Vorstellungen und kollektiven Identitätsdiskursen zu analysieren.

Lebenslauf

Michael Hollogschwandtner ist Historiker, seine Forschungsschwerpunkte umfassen Public History, Geschichtspolitik und Gedenkstättenpädagogik. Gegenwärtig ist er Doktorand am Lehrstuhl für Public History der Universität Wien. Davor studierte er Publizistik und Kommunikationswissenschaft (Bakk.) sowie Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung kombiniert mit Psychologie und Philosophie (beides Lehramt, Mag.) an der Universität Wien. Er war über zehn Jahre lang für verschiedene Institutionen als politischer Bildner tätig, insbesondere für das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW). Diese berufliche Tätigkeit beförderte sein Interesse an der empirischen Erforschung des Lehrens und Lernens an NS-Gedenkstätten, womit er sich auch im Rahmen seines Dissertationsprojekts auseinandersetzt. Für dieses Forschungsvorhaben wurde er von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Wien mit Stipendien ausgezeichnet.

Publikationen
2026 
»Geschichte oder Gegenwart? Berufsbezogene Überzeugungen von KZ-Gedenkstätten-Guides in Österreich«, in: D-A-CH | phfv. Jahrestagungen. Vorträge im Projektforum, 2026. https://doi.org/10.11588/heidok.00038147.
2025 
»Lektion gelernt? Der NS nach Kurt Waldheim.«, in: Public History Studies at the University of Vienna, 10. Juli 2025, https://publichistoryinvienna.com/ns-nach-kurt-waldheim/.
2025 
»Zwischen politischen und ökonomischen Interessen. (K)eine Gedenkstätte in Hirtenberg.«, in: Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft 32(1), 2025: S 16–18.
2022 
»Die Forschungen von Florian Freund und Hans Safrian, die Shoah-Namensmauer und das Ausmaß der geschichtspolitischen Wende.«, in: Aufregende Forschung. Zeitgeschichtliche Interventionen von Hans Safrian, hg. von Jutta Fuchshuber und Lukas Meissel. New Academic Press, 2022.
2021 
Holocaust Education – ein Nebenjob. Zu den Rahmenbedingungen der außerschulischen Erziehung nach/über Auschwitz in Österreich., Verein Diskurs, 2021.