Projektbeschreibung

»Lebe aufrichtig und verborgen«. Präsenz und Abwesenheit zwischen Simone Weil, Colette Peignot und Georges Bataille

Das Projekt untersucht die bislang kaum erforschte Beziehung zwischen drei Outsidern der französischen Philosophie und Literatur des 20. Jahrhunderts: Simone Weil, Georges Bataille und Colette Peignot (»Laure«). Aus einer kurzen Phase gemeinsamen politischen Engagements im Umfeld der antifaschistischen Gruppierung Cercle communiste démocratique (1930–1934) bleiben nur Fragmente einer Auseinandersetzung zurück, in denen sich Präsenz im Modus der Abwesenheit bemerkbar macht: in nicht abgeschickten Briefen, privaten Notizen, literarischen Spiegelungen und archivischen Leerstellen. Das Projekt rekonstruiert anhand dieses Materials die Geschichte einer letztlich gescheiterten Begegnung und fragt, inwiefern sie dennoch bleibende Spuren im Denken und Schreiben aller Beteiligten hinterlassen hat. Ein besonderer Fokus liegt auf den in der Rezeption lange marginalisierten Schriften Colette Peignots, die einen bisher unbeachteten Resonanzraum zwischen Bataille und Weil eröffnen.

Lebenslauf

Peter Schneider ist Doktorand am Institut für Philosophie der Universität Wien. Er studierte Philosophie in Wien und Medienwissenschaft mit Schwerpunkt Wissenschaftsgeschichte an der Bauhaus-Universität Weimar. Sein Forschungsinteresse gilt Randfiguren der Philosophiegeschichte und heterodoxen, außerakademischen Formen philosophischen Schreibens. Im Zentrum seiner Arbeit stehen historische Konstellationen, in denen die Philosophie an ihren Grenzen auf Kunst, Religion, Wissenschaft und Politik trifft, sowie Fragen der Materialität, Medialität und archivischen Überlieferung philosophischer Texte.