Wer 1910 als Österreicher in der sudetendeutschen Stadt Gablonz geboren wurde und das fast unwahrscheinliche Glück hatte, sein ganzes Leben lang in der Stadt wohnen zu bleiben, wohnte 1994 in der tschechischen Stadt Jablonec und hatte viermal die Staatsbürgerschaft gewechselt: 1918 wurde er Tschechoslowake, 1938 Deutscher, 1946 konnte er, wenn er 1938 Deutscher gewesen war, nur im Ausnahmefall wieder Tschechoslowake werden, und 1992 wurde er Tscheche. Vor dem Hintergrund dieser Geschichte wollten wir, fünf Jahre nach der tschechischen »samtenen« Revolution, eine Momentaufnahme vom Leben in der Stadt Jablonec machen. In Gruppen von jeweils zwei bis drei Forschern, von denen einer Tschechisch können musste, wählten wir begrenzte Bereiche aus, die im Leben der Stadt von zentraler Bedeutung waren: den neuen tschechisch-vietnamesischen Markt im Zentrum der Stadt, die Einkaufsstraße, die neue politische Partei »Herz für Jablonec«, zwei Kirchengemeinden, die Bruderunität und die katholische Kirche, die Heimarbeiter der Glasindustrie in dem kleinen Dorf Masada in der Umgebung der Stadt, den deutschen Kulturverein Wilhelm Leutelt und den Umgang der städtischen Verwaltung mit der Roma Minderheit.
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ifk NOW 02/26
08 September 2026
Das ifk NOW ist das Printmagazin des ifk. Es erscheint 2x jährlich und informiert über das Semesterprogramm und die ifk Fellows.
The term ›Eurasian steppe peoples‹ conjures up a homogenous image of mounted warriors wielding bows and arrows and the famous Attila the Hun. However, the various peoples from the Eurasian steppe of the Pre-Mongolian era were more diverse than such stereotypes allow.