Vortragsmitschnitte

Mariya Donska: Transition als Translation. Oleksandr Averbuchs dekoloniale Praktiken





Die Lecture widmet sich den dekolonialen Praktiken Oleksandr Averbuchs, der als Autor, Übersetzer und Wissenschaftler Transitionen durchläuft, Zwischenräume und Verflechtungen schafft: vom Russischen hin zum Ukrainischen und zu intern mehrsprachigen Texten, zwischen Ländern und (Kultur-)Räumen sowie zwischen fiktionalem und dokumentarischem Schreiben.


Besonders subalternen Gruppen wie Zwangsarbeiter*innen, ukrainischen Jüdinnen und Juden und Menschen in okkupierten Gebieten verleiht er eine Stimme. Die dekolonialen Praktiken Averbuchs werden vor dem Hintergrund des Konzepts der kulturellen Translation (Bachmann-Medick) und des Postmonolingualismus (Yildiz) diskutiert. Die Analyse basiert auf einem Close Reading seiner Texte sowie einem Interview mit dem Autor. Die ukrainische Literaturwissenschaftlerin Tamara Hundorova beschreibt die ukrainische Kultur der 2010er-Jahre als eine ›Transitkultur‹, die postkoloniale Traumata verarbeitet und neue Ausdrucksformen hervorbringt. Mit der russischen Invasion der Ukraine haben sich die Dekolonisierungsprozesse intensiviert.