Medien der Unmittelbarkeit
Sich mit dem Konnex von Medien und Unmittelbarkeit zu beschäftigen bedeutet, Konstellationen zu untersuchen, in denen Medien eine konstitutive Funktion zukommt, sie aber zugleich negiert werden. Diese Negation resultiert in einem Phantasma der Unmittelbarkeit. Unmittelbarkeit setzt Medien jedoch als Möglichkeitsbedingung voraus. Solche Konstellationen beschreibt die Arbeit in historischer Perspektive am Beispiel der Elektrizitätsforschung und der Telegraphie, die immer wieder Fragen nach einer actio in distans und Äthermedien stellen. Diese umreißen letztlich einen paradoxen Medienbegriff, der im 20. Jahrhundert in der Medientheorie vor allem Marshall McLuhans wirkmächtig wird. So lässt sich mediengeschichtlich immer wieder eine Betonung der Bedeutung der Medien ausmachen, die zugleich von einem „Traum“ einer medienlosen Unmittelbarkeit durchzogen ist.
Florian Sprenger hat Medienwissenschaften und Philosophie in Bochum sowie Medienkultur in Weimar studiert. Im Anschluss war er wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Mediengeschichte und Kommunikationstheorie sowie am Institut für Philosophie in Bochum, seit 2007 ist er Kollegiat am Initiativkolleg Sinne – Technik – Inszenierung der Universität Wien.