Vergangenheit im Bild. Kritik der Rekonstruktion
Die Geschichte ist unbeobachtbar. Man hat von ihr gehört oder gelesen, erinnert sich an sie oder sieht Bilder und Modelle, die Vergangenes darstellen, es aber nicht „wiederherstellen“ können. Zugleich ist die Geschichte ein unverzichtbarer Teil der Selbstvergewisserung der eigenen Gegenwart – keine Gesellschaft kann ihre Vergangenheit vergessen oder einfach auf sich beruhen lassen: Die Vergangenheit wird nachgestellt, imaginiert, animiert oder reicht in Gestalt überlebender Spuren und Reste in die Gegenwart hinein. Innerhalb der Vielzahl der damit angesprochenen Formen historischer Rekonstruktion konzentriert sich das Projekt auf Techniken und Verfahren der visuellen Nachstellung von Geschichte: Historienmalerei, Fotografie, Film. Wie gelingt oder misslingt es diesen Formen der Rekonstruktion, ein Nachbild des Vergangenen zu erzeugen?
Peter Geimer studierte Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur und Philosophie in Bonn, Köln, Marburg und Paris. Nach Mitarbeiterstellen an der Universität Konstanz und am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin war er Oberassistent an der Professur für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich und habilitierte 2008 in Kunstgeschichte an der Universität Basel. 2010 war er Professor für Historische Bildwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Bielefeld, seitdem Professor für Neuere und Neueste Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin.