Aufgeklärte Tendenzen im Rahmen eines klösterlichen Bildprogramms am Beispiel des Stiftes Altenburg
Das Ausstattungsprogramm des Stiftes Altenburg (um 1729 – 1744/53) nimmt durch seine philosophische Konzeption eine Sonderstellung in der mitteleuropäischen Klosterlandschaft ein: Mit seinem der Aufklärung verpflichteten Themenkatalog wird hier zu einem sehr frühen Zeitpunkt bereits Stellung bezogen gegen die triumphale Bilderpropaganda der katholischen Reform.
Die erstmalige Dechiffrierung des Bildprogrammes in diesem Sinn erfüllt das kunstwissenschafltiche Desiderat, die geistesgeschichtliche Umbruchszeit vom gegenreformatorischen Barock in die frühe Moderne anhand eines künstlerischen Ensembles nachzuvollziehen.
Andreas Gamerith studierte Kunstgeschichte in Wien und ist v. a. im Bereich Ausstellungsplanung und -gestaltung tätig. Derzeit ist ein Ausstellungskonzept zu Paul Troger und den technischen Voraussetzungen seiner Malerei in Vorbereitung. Daneben betreut Gamerith eine Vorlesung zur Kunst zwischen 1600 und 1800 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Wiener Malerei des 18. Jahrhunderts sowie auf Fragestellungen der Ikonografie.