Transformationen: Eine Geschichte der Juden Europas 1750–1950
Das Projekt befasst sich mit der Geschichte der Juden Europas. Dabei stehen innerjüdische Transformationen im Spannungsverhältnis zwischen West und Ost im Zentrum des forscherischen Interesses. Gleichzeitig soll anhand der jüdischen Geschichtserfahrung im Übergang von der Vormoderne in die Moderne das dem Thema eigene Erkenntnispotential, seine seismographische Bedeutung für eine integrierte Geschichte Europas ins Zentrum gerückt werden. Es geht dabei um Fragen der Verwandlung von Gesetz in Geschichte, von Korporation in Staatsbürgerschaft, von Autonomie in Minorität ebenso wie um Fragen der Restitution nach der Katastrophe des Holocaust und die davon ausgehenden Schübe nationaler Kollektivisierung der Juden.
Dan Diner ist Professor für Neuere Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem und Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig. Er ist zudem ordentliches Mitglied der Philologisch-historischen Klasse der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig sowie Autor zahlreicher Publikationen zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, der jüdischen Geschichte, der Geschichte des Vorderen Orients und der deutschen Geschichte, vornehmlich des Nationalsozialismus und des Holocaust. Seine bisher wichtigsten Bücher sind in englischer, italienischer, polnischer, türkischer und hebräischer Übersetzung erschienen.
31 März 1998
- ifk Visiting Fellow