Erinnern in transnationalen Lebenswelten: Junge palästinensische MigrantInnen und ihre Erinnerungen an den Oslo-Prozess
Die jüngere palästinensische Geschichte betreffend zogen vor allem die Oslo-Abkommen in den 1990ern tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen nach sich. Junge PalästinenserInnen, die in dieser Zeit in den palästinensischen Autonomiegebieten sozialisiert wurden, erinnern diese Zeit heute durch Migration oft in sehr heterogenen, durch translokale Flüsse verbundenen Kontexten. Im Rahmen von Erinnerungsprozessen ordnen und bewerten sie damals Erlebtes und rekonstruieren so auch ihre aktuellen Lebenswelten. Das Projekt untersucht ausgehend von verschiedenen räumlichen Kontexten die Rolle transnationaler Flüsse und Netzwerke für diese Rekonstruktionsprozesse. Der Fokus liegt auf sozialen Erinnerungspraktiken, welche die Reproduktion bestimmter Vorstellungen ermöglichen, wobei sprachliche Repräsentationen der Vergangenheit in Form von mündlichen Narrativen vertiefend analysiert werden.
Eva Kössner studierte Kultur- und Sozialanthropologie sowie Arabistik in Wien. Neben ihrem Doktoratsstudium ist sie seit Jänner 2013 im Projekt „Interkulturelles Mentoring für Schulen“ für Koordination und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.