Always Even Better Ways. Logistische Medien und programmierbare Arbeit
Als F. W. Taylor 1911 die Grundlagen des »Scientific Management« veröffentlichte, bestand sein Hauptziel darin, Arbeitsprozesse dahingehend zu optimieren, dass sie entsprechend einem one best way möglichst effizient verrichtet würden. Kontrolle wurde dabei durch die zahlenmäßige Erfassung der Arbeitsleistung ausgeübt. Heute finden digitale Systeme wie Salesforce in einer Vielzahl von Organisationen ihren Einsatz, um Arbeitsabläufe zu erfassen und zu optimieren. Das zugrunde liegende Verfahren ist nach wie vor das der zahlenmäßigen Erfassung. Während Taylors Ansatz aus einer Kombination verteilter Verfahren bestand, verbindet Salesforce diese Kontrollmechanismen in einer Plattform, die nicht den one best way, sondern immer noch bessere Wege zur Arbeitsausführung weisen soll. In diesem Forschungsprojekt wird ein interdisziplinärer Ansatz verwendet, um anhand des Systems Salesforce die theoretischen Annahmen über Arbeitsprozesse zu beleuchten, die sie als programmierbar erscheinen lassen.
Eva-Maria Nyckel studierte Kommunikation, Wissen, Medien im Bachelor an der Fachhochschule Hagenberg und im Master Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2016–18 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Munich Center for Technology in Society (Technische Universität München) tätig, 2018 war sie Kollegiatin am GRK »Locating Media« an der Universität Siegen. Seit 2019 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrbereich Soziologie der Zukunft der Arbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Juni 2019 war sie Fellow am Weizenbaum-Institut in Berlin.