Schwarm & Anarchie. Untersuchungen zur konzeptionellen Verschränkung zoologischer und politologischer (Un)Ordnungsfigurationen in der griechischen Antike
Mit meinem Dissertationsprojekt („Von Menschen und politischen (Un)Tieren. Die Rede vom ,tierhaften Leben‘ in Kulturtheorie und politischer Sprache der griechischen Klassik“) untersuche ich, inwiefern zoologische Deutungssysteme und Argumentationsweisen den politischen Diskurs der griechischen Klassik prägen konnten. Man denke hier nur an die populäre taxonomische Beziehung zwischen (herrschenden) „Menschen“ und (zu beherrschenden) „tierischen Wesensarten“. Vor allem anhand der vielfältigen antiken Urzustandsnarrative soll dabei das kulturanthropologische Substrat klassischer Herrschaftsdiskurse herausgearbeitet werden, wie es in „abendländischer“ Tradition auch heute noch eine große Wirkmacht besitzt. Während des Aufenthaltes am IFK will ich mich innerhalb dieses Rahmenthemas konkret dem Schwarm widmen. Die Frage lautet: Inwiefern konnte diese spezifisch „animalische“ Organisationsform bereits in der Antike als Sinnbild politischer (Un)Ordnung gedeutet und funktionalisiert werden?
Martin Gronau studierte Gymnasiallehramt für die Fächer Geschichte, Gemeinschaftskunde und Altgriechisch an den Universitäten Dresden und Siena. Er schloss seine Studien mit einer politologischen Forschungsarbeit zu den „Theorien des Verfassungswandels bei Herodot, Thukydides und Polybios“ ab. Gefördert vom Internationalen Graduiertenkolleg „Politische Kommunikation von der Antike bis ins 20. Jahrhundert“, begann er sodann sein binationales Promotionsstudium (co-tutelle de thèse) im Fach Alte Geschichte (und Altorientalistik) an den Universitäten Innsbruck und Frankfurt/Main, bereichert durch einen mehrmonatigen Forschungsaufenthalt an der Universität Pavia.