Praxisfelder der Kunsttheorie
Die Habsburger haben bis um 1650 ca. 40 Künstler geadelt, das ist ein Drittel aller bis dahin nobilitierten Künstler. Martin Warnke wird im Wiener Staatsarchiv die Unterlagen, vor allem die unveröffentlichten Texte der Diplome untersuchen. Die Nobilitierungen von Künstlern bedeuten berufsgeschichtlich die Rangerhöhung eines Handwerks, also eine zentrale Neubestimmung des Berufes: Das künstlerische Handwerk muss in den Adelsdiplomen als eine geistige Tätigkeit definiert werden; es kann so als ars liberalis in die priviligierten Ränge kultureller Tätigkeit aufsteigen.
Martin Warnke war von 1971 bis 1978 Professor für Kunstgeschichte an der Universität Marburg, seit 1979 an der Universität Hamburg, 2003 Emeritierung. Im Jahr 1991 ausgezeichnet mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, im Jahr 2006 mit dem Gerda-Henkel-Preis.