Die Form der Maschine: Genealogien des „Benutzers“
Die These von der sozialen Geformtheit der Technik gehört zum Einmaleins der Science and Technology Studies. Über die Wissensbestände und Friktionen, die mehr oder weniger systematisch in diese Geformtheit einflossen, weiß man – historisch betrachtet – allerdings gar nicht so viel. Im 20. Jahrhundert mobilisierte der Problemkomplex Mensch/Maschine dabei eine Vielzahl von ExpertInnen: ArbeitspsychologInnen, IndustriesoziologInnen, UnternehmensberaterInnen, Designer und einige mehr. Denn in dem Maß, in dem „Arbeit“ sich als sinnlich-kognitive und postindustrielle entpuppte, in dem Maß kam es darauf an, die Maschinen effizienzsteigernd, sozialverträglich oder (immerhin) „nutzerfreundlich“ zu gestalten. Fluchtpunkt des Projekts ist die Wissensgeschichte jener Figur, um die diese Anstrengungen kreisten: den „Benutzer“. Dazu spürt es den historischen Konstellationen nach, in denen die Relation Mensch/Maschine sich als Technopolitikum manifestierte – Rationalisierung, Automatisierung, Computerisierung.
Max Stadler ist Postdoc am Lehrstuhl für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich sowie am Collegium Helveticum der ETH Zürich. Seine Forschungsinteressen bewegen sich im Schnittfeld der Technik-, Wissens- und Ideengeschichte postindustrieller Arbeit; weitere Forschungsschwerpunkte bilden die Geschichte der Wissenschafts- und Technikkritik seit den 1970er-Jahren sowie die Geschichte von „Hightech“. Zuvor war Max Stadler Prä- bzw. Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin (2009–2010). Er hat 2009 am Center for the History of Science, Technology and Medicine (CHoSTM), Imperial College London, mit einer Arbeit zur Geschichte der Neurowissenschaften promoviert.