Soviet, European and American Film History from a Transnational Queer/Masculinities Studies Perspective
Das Forschungsprojekt untersucht die Rolle österreichisch-amerikanischer Filmemacher in der Entwicklung der Beziehungen zwischen dem amerikanischen und dem sowjetischen Kino von den 1920er- bis 1940er-Jahren. Die Studie konzentriert sich in erster Linie auf drei einflussreiche Regisseure, deren interkulturelle Migrationen und gemeinsame philosophische Interessen sie in engen Kontakt miteinander brachten: Erich von Stroheim, Sergei Eisenstein und Josef von Sternberg. Jeder von ihnen wurde in ein untergehendes Reich (Österreich-Ungarn und Russland) hineingeboren und brachte eine kritische soziale Perspektive in seine Arbeit im aufstrebenden Kino eines modernen Reiches (USA und UdSSR) ein. Durch die Rekonstruktion und Untersuchung des Zusammenspiels zwischen ihren persönlichen Interaktionen und der transnationalen Rezeption ihrer Filme zielt das Projekt darauf ab, kritische historische Perspektiven darauf zu entwickeln, wie sich Konstruktionen von Identität, Geschlecht, Sexualität und Nationalität in den entscheidenden Jahrzehnten vor dem Kalten Krieg zwischen Russland, Europa und Amerika bewegten und verwandelten.
Maya Garcia, ein*e unabhängige*r Wissenschaftler*in, Künstler*in und Übersetzer*in mit Sitz in Oakland, Kalifornien, schloss 2023 das Studium der slawischen Sprache und Literatur an der Harvard University mit einem Doktortitel ab. Für die interdisziplinäre Dissertation mit dem Titel The Queer Legacy of Ivan the Terrible verbrachte Garcia viel Zeit in russischen Archiven, um sich mit der Entstehung und Zensur von literarischen, theatralischen und filmischen Werken zu befassen, die die umstrittene Sexualität des ersten russischen Zaren und seiner Günstlinge darstellen. 2022 gezwungen Russland zu verlassen, hat Garcia neue Ansätze für die Wissenschaft entwickelt, die transnationale Perspektiven in den Mittelpunkt stellen. Derzeitiges Hauptprojekt ist eine Reihe von eingehenden Untersuchungen des kulturellen Austauschs zwischen den USA und der UdSSR, der sich in den Schriften von Sergei Eisenstein widerspiegelt. In den weitgehend unveröffentlichten Tagebüchern und Notizen des Regisseurs finden sich provokative Auseinandersetzungen mit Konzepten der kulturellen, sprachlichen, sexuellen und geschlechtlichen Fluidität, die für das zeitgenössische Denken von entscheidender Bedeutung sind.