Projektbeschreibung

Filastini Footnotes. Palestinian Israeli Literature Across Time and Space

Das geschriebene Wort ist ein wesentliches Ausdrucksmittel: Es dient dazu, menschliche Erfahrungen zu teilen, für Veränderungen einzutreten und Zusammenhalt zu fördern. Lokale Literat*innen nutzten Lyrik und Prosa, um für die palästinensischen Bürger*innen Israels gegen den ihnen 1948 aufgezwungenen Staat zu protestieren und trotz ihrer Isolation vom Rest der arabischen Welt ein Zugehörigkeitsgefühl zu schaffen. Die daraus entstandenen Werke dienten nach dem Krieg von 1967 als Brücke zu arabischen Leser*innen in der gesamten Region, und die Texte, die mit so viel Feingefühl verfasst worden waren, um die Identität zu bewahren und die Massen innerhalb Israels zu mobilisieren, erreichten nun ein breiteres Publikum. Im Rahmen der Geistesgeschichte und der Kulturwissenschaften befasst sich dieses Projekt eingehend mit dem Unübersetzbaren und mit dem politischen Aktivismus palästinensischer Israelis, die durch Zweisprachigkeit, bikulturelle Identitäten und ihr Engagement in einem parlamentarischen System isoliert waren. Wie wurde dieses Werk im gesamten Nahen Osten und darüber hinaus in den englischsprachigen Diskurs übersetzt, falsch übersetzt und vereinnahmt?

Lebenslauf

Molly Bernstein ist Historikerin mit Schwerpunkt Nahost. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen Medien, Literatur und Identität, wobei sie die gegenseitigen Einflüsse aus der Perspektive der Geistes- und Kulturgeschichte untersucht. Zuvor war sie Kommentar-Redakteurin bei der israelischen Zeitung Haaretz und arbeitete viele Jahre als humanitäre Helferin in Krisengebieten im Nahen Osten und weltweit. Molly hat einen Doktortitel und einen Master in Nahostgeschichte von der Universität Tel Aviv sowie Bachelor-Abschlüsse in Arabistik und Politikwissenschaft von der University of Maryland. Sie hat an verschiedenen ungewöhnlichen Orten wie Taiwan, Marokko, Griechenland und Tadschikistan gelebt und dort neben ihrer Muttersprache Englisch und Hebräisch auch Arabisch und Persisch gelernt.

Publikationen
2026 
with Israel Gershoni, Enlightenment in Colonial Egypt: Ahmad Lutfi al-Sayyid in His Generation, Texas University Press 2026.
2026 
with Israel Gershoni, »Decolonization in the Age of Colonial Enlightenment: Aḥmad Luṭfī al-Sayyid and the Struggle for Egyptian Independence, 1907–1919«, in: Die Welt des Islams, (in press 2026). Online-Publikationsdatum: 15 Jan 2026: 10.1163/15700607-20252001
2025 
»Is the New Genre of post-Gaza Nonfiction a Gimmick?«, in: Haaretz, September 22, 2025.
2025 
»Book Review: What if All the Palestinians Suddenly Disappeared?«, in: Haaretz, June 12, 2025.