Projektbeschreibung

Produce, Destroy, Decolonize. Creative Resistance to Digital Colonialism in Zimbabwe

Dieses Projekt setzt sich mit der anhaltenden Dominanz von digitalem Kolonialismus in Peripherien auseinander, der durch ungleiche globale Beziehungen von Eigentum, Abhängigkeit und Kontrolle entsteht. In Simbabwe wie auch anderswo sind digitale Infrastrukturen keine neutralen Systeme: Sie werden von Plattformen, Software, Hardware, Standards, Netzwerken, Datenregimen und anderen Akteur*innen geprägt, die koloniale Muster der Ausbeutung und asymmetrischer Machtverhältnisse reproduzieren. Das Projekt verfolgt die räumlichen und relationalen Logiken, durch die sich diese kolonialen Kräfte in Simbabwes digitalen Infrastrukturen manifestieren, und fragt gleichzeitig, wie Gemeinschaften unter diesen Bedingungen leben und wie sie kreativ Widerstand leisten. Unter Verwendung gemischter Methoden und kunstbasierter Forschung integriert Chiwona Netzwerkanalyse, kritische Kartografie und künstlerische Praxis, die auf situativem Wissen gründen.

Anstatt Simbabwe als periphere Fallstudie zu behandeln, betrachtet das Projekt das Land als einen Ort, von dem aus die Digitalität selbst durch situiertes Wissen und afrikanisch geprägte Vorstellungswelten neu gedacht werden kann.

Lebenslauf

Paul Takunda Chiwona produziert forschungsbasierte Kunstformate. Seine Arbeit als Künstler und Forscher gründet in der Verknüpfung von Themen sozialer Gerechtigkeit mit Fragen politischer, gesellschaftlicher und technischer Infrastruktur. Seine Arbeiten sind konzeptuell und prozessorientiert: Sie nutzen künstlerische Methoden als epistemische Werkzeuge, um die Bedingungen vernetzter Gesellschaften kritisch zu verhandeln, besonders entlang der Themen Digitalisierung, Wasser und Gesundheit.

Paul Takunda Chiwona wurde in Harare, Zimbabwe, geboren und wuchs in Bayern auf. Nachdem er in Stuttgart Medien- und Kommunikationsdesign studiert hatte, absolvierte er in Wien einen Master in Social Design. Während des Studiums arbeitete Paul als Grafikdesigner und als ausgezeichneter Konzepter für diverse Kreativagenturen. Derzeit promoviert er an der Universität für angewandte Kunst Wien und der Johannes Kepler Universität Linz. Seine Dissertation beschäftigt sich mit digitalem Kolonialismus.

Publikationen
with Johanna C. Kalinke, Humans did this: An arts-based research into the ontology of digital artefacts, (= Technoetic Arts: A Journal of Speculative Research, Vol. 24 No. 1 [Forthcoming])