Globalgeschichte des Faschismus
Das Forschungsprojekt Globalgeschichte des Faschismus untersucht die transimperialen Verflechtungen der drei großen Faschismen in Deutschland, Italien und Japan im Hinblick auf ihre wechselseitig verflochtene Kriegs- und Besatzungsgeschichte.
Während sich der erste Teil des geplanten Buches der Kulturgeschichte des Faschismus von der Gewaltpolitik bis zur Performanz und Symbolik des Faschismus widmet, wird der zweite Teil sich mit den Praktiken der verflochtenen Besatzungspolitik von der Sozialplanung und Siedlungspolitik bis zur Vernichtungs- und Kriegspolitik beschäftigen.
Besonderes Augenmerk wird hierbei den transimperialen Kollaborationsverhältnissen in den Kriegs- und Besatzungsgebieten gewidmet – einschließlich der Rückwirkungen der Verhältnisse an den Peripherien auf die faschistischen Kernländer.
Sven Reichardt ist Professor für Zeitgeschichte an der Universität Konstanz. Er arbeitet zur Geschichte des globalen Faschismus, zu sozialen Bewegungen und zur Zivilgesellschaft in Europa und den USA, zur globalen Geschichte von Krieg, Bürgerkrieg und Terrorismus sowie zur Umweltgeschichte mit den Schwerpunkten Ökologie von Kriegen, nachhaltiger Tourismus und Umweltwissen in den 1970er-Jahren. Er hatte mehrere internationale Stipendien und Fellowships, u.a. ein Humboldt-Stipendium an der Rutgers University und ein FRIAS-Fellowship, er war Gastprofessor an der New School und an der Columbia University (beide New York).