Die moralische Ökonomie der Staatsbürgerschaft im 1.Weltkrieg. Die Reintegration Kriegsbeschädigter in der Habsburgermonarchie
Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Alltagsgeschichte von Staatsbürgerschaft in der späten Habsburgermonarchie und ihren Nachfolgestaaten Österreich und Tschechoslowakei (1914–1924) anhand der Reintegrationsmaßnahmen für verletzte und erkrankte (kriegsbeschädigte) Soldaten des Ersten Weltkriegs. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der Verflechtung von Ökonomisierung und Moralisierung der Kriegsbeschädigten in den Praktiken der Rehabilitation einerseits, auf der Ausbildung eines Selbstverständnisses der Kriegsbeschädigten in der Interaktion mit den staatlichen Stellen in der Aushandlung ihrer Ansprüche andererseits.
Thomas Rohringer studierte von 2007 bis 2013 Geschichte an der Universität Wien. In seiner Diplomarbeit befasste er sich mit der Konstruktion von Männlichkeit in den österreichischen Kriegsopferorganisationen der Zwischenkriegszeit anhand einer Analyse ihrer Publikationsorgane. Von 2011 bis 2013 arbeitete er als Research Assistent für das vom FWF geförderte Forschungsprojekt „Beyond the Trenches. War Memories of German-speaking Soldiers of the Austro-Hungarian Army on the Eastern Front of the First World War“ unter der Projektleitung von Wolfram Dornik. Seit 2013 ist er Doktorand an der Technischen Universität Berlin und dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung im Rahmen der International Max Planck Research School „Moral Economies of Modern Societies“. Derzeit ist er IFK_Junior Fellow.