Das „Fremde“ in der afrikanischen Bildpraxis. Kulturtransfer und globale Kunstgeschichte
Die noch kaum untersuchte Aneignung und Integration fremdkultureller Elemente in der afrikanischen Bildpraxis steht im Zentrum meines Projektes. Anhand ausgewählter Fallbeispiele werden Transferprozesse, also Übernahme- und Transformationsprozesse in der visuellen Kultur sowohl auf ideeller als auch auf materieller Ebene dargestellt, analysiert und im Hinblick auf eine global ausgerichtete Kunstgeschichtsschreibung diskutiert. Im Sinne der historischen Transferforschung betrachte ich die Aneignung westlicher Gegenstände, Bildmotive, Materialien, Techniken, Medien, Kunstgattungen, Diskurse und Begriffe in Afrika als einen aktiven und selektiven Vorgang. Ziel des Projektes ist es u. a. zu zeigen, dass die afrikanische Bildpraxis seit Jahrhunderten – entgegen der herkömmlichen Auffassung – Anregungen von Außen aufgenommen und sich im Zusammenspiel zwischen lokaler Tradition und globalen Strömen entwickelt hat.
Ursula Helg studierte in Zürich Kunstgeschichte, Ethnologie und deutsche Literatur. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit der visuellen Kultur Afrikas sowie mit Fragen der globalen Kunstgeschichtsschreibung und interkulturellen Ästhetik. 2009 war sie Forschungsstipendiatin des Schweizerischen Nationalfonds am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien. Zurzeit arbeitet sie an ihrem Forschungsprojekt „Das ‚Fremde‘ in der afrikanischen Bildpraxis. Kulturtransfer und globale Kunstgeschichte“.