Sufische Zugänge zum Koran in der Gegenwart
Wie interpretieren gegenwärtige Sufis den Koran,und wie übersetzen sie dessen Botschaften in ihre Lebenswelten? Um diese Fragen zu beantworten, werden 14 Sufis aus verschiedenen Lehrtraditionen und kulturellen Kontexten (Usbekistan, Iran, Israel/Palästina, Marokko, Pakistan u. a.) interviewt. Das Forschungsvorgehen, die Datenerhebung und -auswertung sind dabei durch eine dynamische Interdisziplinarität und Methodenvielfalt gekennzeichnet.
Durch qualitative, halbstrukturierte Leitfaden-Interviews werden die subjektiven Erfahrungen der hinsichtlich ihrer Heterogenität ausgewählten Sufis erhoben. Die Ergebnisse werden komparativ wie kontrastierend auf folgende Fragen hin diskutiert:
Inwieweit spiegelt sich die sufische Bemühung um eine Transzendenzerfahrung individueller und gesellschaftlicher Wirklichkeitskonstruktionen in ihren Koran-Interpretationen wider? Welchen Einfluss hat die Beschäftigung mit dem Koran auf die Selbstreflexionen und gesellschaftlichen Positionierungen der jeweiligen Sufis?
Yunus Hentschel hat Islamwissenschaften, Arabistik und Politikwissenschaften in Wien, Kairo und Damaskus studiert und forscht gegenwärtig zu seinem Dissertationsprojekt „Sufische Zugänge zum Koran in der Gegenwart“. Dafür hat er Sufis aus Ländern wie dem Iran, Usbekistan, Marokko, Israel/Palästina oder der Türkei interviewt. Seit 2015 ist Yunus Hentschel Lektor für Islamwissenschaften und Arabistik an der Universität Wien.