Von Schafen, Gras und Flugzeugen
Die Ideenwelt hinter dem Werkeln, Häkeln und Do-it-yourself. Gast: Dr. Michael Bies, Privatdozent am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin, Senior Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften der Kunstuniversität Linz in Wien (IFK). Moderation: Alexander Musik. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at. Zum Nachhören
In this talk Debjani Bhattacharyya shows how the underwriting practices that developed with Britain’s imperial expansion in the Indian ocean critically shaped the very parameters of meteorology in the early 19th century.
Walter Benjamin war ein Sammler. Seine Leidenschaft für Bücher wie für Spielzeug ist bekannt, aber er interessierte sich auch für Postkarten, die als neues Medium um die Jahrhundertwende eine große Popularität erlangten. Postkarten wurden in hoher Auflage gedruckt und waren preiswert. Sie verlangten von dem Schreibenden, sich kurz zu halten, und legten den geschriebenen Text offen dar. Wie Twitter heute, so galten die Postkarten damals als »modern«.
»Just a Trick«. Temporäre Eheschließungen am Flughafen in vietnamesisch-U.S.- amerikanischer Flüchtlingsliteratur
Panel 1: Flucht und Migration
Umstrittenes Asyl »an vorderster Front«. Der Frankfurter Flughafensozialdienst und die bundesdeutsche Asyldebatte (1980–1993)
Die Ehe der Jahrhundertwende ist eine »soziale Komödie«, so die österreichische Autorin Marie delle Grazie mit Blick auf den Widerspruch der Ehe als institutionalisierte Beziehung und ökonomische Institution. Der Vortrag untersucht die strukturelle Homologie zwischen komödiantischem Spiel und ehelicher Praxis auf jenen Bühnen, die eine im Kern ökonomische Einrichtung bereitstellen.
Wie gehen wir heute mit den in Schweigen gehüllten nationalsozialistischen Täterschaften unserer Vorfahren um? In Konfrontation mit Texten aus der eigenen Familie wird in dieser künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung mit Fokus auf Frauen als Täterinnen die ethnopsychoanalytische Methode der Deutungswerkstatt experimentell auf die Probe gestellt.
1959 wurde Hannah Arendt nach Hamburg eingeladen, um den Lessing-Preis entgegenzunehmen. Sie konnte den Preis als Jüdin nicht ablehnen, aber sie konnte ihn auch nicht als Deutsche annehmen. Eingeladen als Humanistin, sprach sie als Jüdin. Identität wird bei ihr zur politischen Tatsache, die sie dann auch auf die Bühne der Preisverleihung bringt.
Kann Erdachtes, das offensiv der Erfahrung widerspricht, Wirkungen im Realen zeitigen? Das 1911 publizierte Buch »Die Philosophie des Als Ob« von Hans Vaihinger bejaht dies emphatisch: Fingieren ist dazu da, die Realität zu erkennen, sie zu durchdringen und folglich zu meistern. Diese Idee fand unter Zeitgenoss*innen ungemeine Zustimmung. Und sie inspiriert – und irritiert – bis heute.