Vortrag Fritz B. Simon: »Gabentausch vs. Warenhandel. Unterschiede und Gemeinsamkeiten aus kommunikationstheoretischer Sicht«
Vortrag Günther Ortmann: »Kleine Gaben. Eine Mikrologie«
Die unter anderem in Sabine Mainbergers Vortrag »Kunst, Macht, Agonismus. Auf der Suche nach einer Gabentheorie der Kunst« besprochene Saliera von Benvenuto Cellini können Sie derzeit im Kunsthistorischen Museum Wien besichtigen. Auf der Website des Museums finden Sie auch Ansichtsmaterial.
Vortrag Tatjana Thelen: »Die Gabe. Fallstricke eines modernen Mythos aus ethnologischer Perspektive«
Tagung: „Neue Schwierigkeiten nein zu sagen“, Johannes Steizinger: „Die identitäre Ideologie der Neuen Rechten. Eine philosophische Kritik“
Anlässlich des 100. Geburtstages von Cornelius Castoriadis 2022 ist ein Themenheft der »Zeitschrift für Kulturwissenschaften« geplant, das sich bisher weniger beleuchteten Seiten von Castoriadis’ Philosophie widmet und die Bedeutung dieses Denkers für zeitgenössische Debatten herausarbeitet. Die Arbeitstagung eröffnet die Diskussion.
Vortrag Markus Arnold:
„Do Capitalists Dream of Perfect Sheep Markets? Handreichungen zu einer politischen Theorie des Imaginären“
Anlässlich des 100. Geburtstages von Cornelius Castoriadis 2022 ist ein Themenheft der »Zeitschrift für Kulturwissenschaften« geplant, das sich bisher weniger beleuchteten Seiten von Castoriadis’ Philosophie widmet und die Bedeutung dieses Denkers für zeitgenössische Debatten herausarbeitet. Die Arbeitstagung eröffnet die Diskussion.
Vortrag Nicola Condoleo:
»Der Riss. Überlegungen zum radikal Imaginären«
Anlässlich des 100. Geburtstages von Cornelius Castoriadis 2022 ist ein Themenheft der »Zeitschrift für Kulturwissenschaften« geplant, das sich bisher weniger beleuchteten Seiten von Castoriadis’ Philosophie widmet und die Bedeutung dieses Denkers für zeitgenössische Debatten herausarbeitet. Die Arbeitstagung eröffnet die Diskussion.
Vortrag von Thomas Macho:
Die radikale Imagination der griechischen Polis
1987: Die Revolution als Ereignis schien schon in weite Ferne gerückt und immer blutig zu enden; doch dann las die Vortragende das faszinierende Werk eines noch lebenden Philosophen, der sich als Revolutionär bezeichnete, und war gefesselt. Es begann für sie eine folgenreiche Geschichte und eine Revolution, die noch immer auf sich warten lässt, obwohl sie längst schon begonnen hat, und die – nicht enden wollend – uns heute wie ein roter Faden mit anderen Generationen verbindet, vor allem mit jungen Menschen, deren Zukunft auf dem Spiel steht und denen das Erfordernis eines radikalen Wandels unserer Produktions- und Konsumtionsweisen glasklar zu sein scheint. Weniger klar ist, wie diese »Revolution« aussehen soll und ihr politischer Vollzug. Der Vortrag wird versuchen, diesen durch Castoriadis neu belebten Begriff der Revolution aus heutiger Sicht zu fassen, rück- und vorwärtsblickend wie der Mensch, der ausholt und wankt, um etwas zu werfen oder einfach nur einen Schritt vor den anderen zu setzen. Welcher Art sollte der politische Begriff der Revolution sein, ohne in der totalen Idee davon zu münden?
Im Kontext der Forschung zu sozialen Medien hat das Konzept des »algorithmic imaginary« (Bucher 2018) in den letzten Jahren einige Prominenz erfahren, geraten mit diesem doch die Aneignungsprozesse der im Verborgenen operierenden algorithmischen Prozesse durch die Nutzer*innen bzw. deren Imaginationen von diesen Operationen in den Blick. Mithilfe solch eines Konzepts werden die Vorstellungen von Nutzer*innen über die Funktionsweise von auf Algorithmen basierenden Technologien samt ihres produktiven und affektiven Zutuns analysierbar, wie sie etwa kennzeichnend für die Zusammenstellung der Feeds von sozialen Medien sind. Die affektiven Momente werden hierbei allerdings lediglich auf Seiten der Nutzer*innen und in deren »imaginaries« verortet. Gleichzeitig ist in jüngsten Arbeiten zu solch ordnungsstiftenden Algorithmen die Rede von vorwiegend technisch operierenden Imaginationen (Rieder 2020), in denen wiederum die Aneignungsprozesse der Nutzer*innen kaum Beachtung finden. In Bezug auf ein umfassendes Verständnis sozialer Medien sind beide Konzeptionen eines Imaginären insofern wenig zielführend, als dass sie die für die Infrastrukturen sozialer Medien konstitutive Indeterminiertheit zwischen von Progammierer*innen erdachten »design imaginaries« und den »specific situations of use« (Suchman 2007) durch die Nutzer*innen jeweils einseitig engführen. Der Vortrag nimmt diesen Umstand als Ausgangspunkt und versucht ausgehend von Castoriadis‘ vier Ebenen des Imaginären ein algorithmisch Imaginäres zu skizzieren, dass das wechselseitige Zusammenspiel von Programmierer- und Designer*innen, Interface-Elementen, Verfahren des maschinellen Lernens und nicht zuletzt den Nutzer*innen im Kontext sozialer Medien in den Blick zu nehmen vermag, was an der Relation von Feed und Interface verdeutlicht werden soll.