Umkämpfte Sorge
Im strukturell sorglosen Kapitalismus wird Sorge zur politischen Artikulation des Begehrens nach anderen Beziehungen. Insbesondere in Archiven queerer und feministischer Proteste finden sich Flugblätter, Manifeste, Bilder und theoretische Texte, die Sorge auf unterschiedliche und teils widersprüchliche Bedeutungsebenen politisieren.
»Ankunft in Rom. Am ersten Juli. Zweihundertunddreißig Jahre und acht Monate nach Goethe.« Simon Strauß lässt seinen Protagonisten in Römische Tage auf der Suche nach alter Größe und einem dieser Größe angemessenen Lebensgefühl bürgerlicher Erhabenheit nach Rom reisen – und scheitern.
Die ersten gedruckten, regelmäßig erscheinenden Zeitungen kamen in Europa im frühen 17. Jahrhundert auf den Markt. Zeitgleich richtete Galileo Galilei das Fernrohr gegen den Himmel.
Ab 1850 vollzieht sich eine radikale Transformation der Bibliotheken, und das weltweit. Sie bleiben Literaturarchive, werden aber nun durch regelmäßige Etats zu Orten, die das Neueste im Regal haben und das aktuellste Wissen kommunizieren. Das Lesen wird in den modernen Industrie-gesellschaften zur umfassenden Beschäftigung mit der eigenen Welt, der Aufenthalt in der Bibliothek zu einem Akt der Selbstvergewisserung.
Der Verfall als künstlerisches Ideal
Schon prähistorische Malereien zeigen: Der Mensch hinterlässt gern Spuren. Seit den 1960ern gibt es allerdings einen neuen Trend in der Kunst: Werke werden der Vergänglichkeit und dem Verfall preisgegeben, schreibt Yorick Josua Berta in einem Gastbeitrag für science.orf.at.
Ein »Indianer-Café« als Attraktion
Etwas abseits gelegen hat es bei der Wiener Weltausstellung 1873 ein »Indianer-Café« gegeben. Afroamerikanische Kellner servierten dort neumodische Cocktails. Die bizarre Präsentation wurde damals mit einer Mischung aus Neugier und Abwertung aufgenommen, schreibt die Kunsthistorikerin Monika Wagner in einem Gastbeitrag für science.orf.at.