01 Oktober 2026 - 31 Januar 2027

Professorin

Institut für Kulturwissenschaft & Medienwissenschaft
Humboldt-Universität zu Berlin

Un cinéma qui panse. Zum ciné-club in der Psychiatrie in Blida-Joinville, Algerien Mitte der 1950er-Jahre

Im Hôpital psychiatrique de Blida-Joinville (HPB) – heute das algerische Hôpital Frantz Fanon – wurde in der Zeit, als Frantz Fanon hier zwischen 1953 und 1956 als Abteilungsarzt tätig war, verstärkt die Sozialtherapie eingeführt. Bekannt als psychiatrische Reformpraxis im Rahmen der so genannten institutionellen Psychotherapie ging und geht es hierbei um soziale und kulturelle Tätigkeiten, in die Bewohner*innen in ihrem Klinikalltag eingebunden wurden. Ziel hierbei war und ist das Wiederaufbauen sozialer Bindungen und die Wiederherstellung gesellschaftlicher Teilhabe. Welche Rolle darin der Film, das Kino und nicht zuletzt die – an die Résistance anknüpfende und im Rahmen der Nachkriegsaufbrüche in Frankreich florierende – Praxis der ciné-clubs spielten, das beleuchtet dieser Vortrag im Rahmen von Überlegungen zur Geschichte und Aktualität des pansement, verwandt und zugleich different zu philosophischen und feministischen Politiken und Verständnissen von Sorge und care und im Horizont von Überlegungen zu Kritik und Klinik.