11
März
2021
  • Lecture Series
MUK Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (ZOOM-Meeting)
Ethel Matala de Mazza

Aus dem Haus. Tanzende Verhältnisse im Theater der Operette

18:15 - 20:00

 

Den Teilnahmelink zu dem ZOOM-Meeting finden Sie hier: MUK Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien.

 

Als Spielart der Boulevardkomödie unterhält die Operette seit ihren Anfängen in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine enge Beziehung zur Großstadt, ihren Straßen und der Menge, die dort unterwegs ist. In Paris und anderen Metropolen Europas wurde diese Menge als Unruhestifterin seit 1789 gleich mehrfach auffällig. Zudem prägte sie das Stadtbild dadurch, dass sie im Vergnügungsleben ihrem Bewegungsdrang freien Lauf ließ.

Der Vortrag geht den Operettenchoreografien der mobil gemachten Menge nach und beleuchtet die Verquickungen dieses Unterhaltungstheaters sowohl mit der politischen Geschichte moderner Massenbewegungen als auch mit den industriellen Revolutionen in Verkehr und Technik, dank deren die Verhältnisse ständig neu zum Tanzen gebracht werden. Ihnen verdanken die Theaterfeste dieser turbulenten Musikdramen ein ebenso buntes wie nomadisches Personal, das den häuslichen vier Wänden – bis dahin typischer Komödienschauplatz – freiwillig den Rücken kehrt, wenn es denn überhaupt ein Heim besitzt.

 

Ethel Matala de Mazza ist Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Forschungen gelten der Literatur- und Theoriegeschichte des politischen Imaginären, der Theorie und Ästhetik kleiner Formens sowie Wechselbeziehungen zwischen Demokratie und Massenkultur. 2018 erschien ihre Monografie Der populäre Pakt. Verhandlungen der Moderne zwischen Operette und Feuilleton (Frankfurt/Main: Fischer Verlag).

 

Ort: MUK Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (ZOOM-Meeting)

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