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Turbofolk ist in den 1990er Jahren berühmt und berüchtigt geworden. Der Musikstil stammt aus Serbien, beim Zerfall Jugoslawiens wurde er als Soundtrack des serbischen Nationalismus und der Jugoslawienkriege gesehen. Musikalisch kombiniert Turbofolk Elemente traditioneller Volksmusik vom Balkan und des Nahen Ostens mit den schnellen, harten Beats der Drum-Machine. Heute, 30 Jahre später, hat sich die Bedeutung von Turbofolk gewandelt. Zumindest in Wien ist seine politische Dimension in den Hintergrund getreten. Dafür ist Turbofolk zu einer Art Erinnerungsort geworden für Menschen aus allen Teilen Ex-Jugoslawiens, die in Wien leben.

https://oe1.orf.at/programm/20230601#720336/Das-Monatsmagazin

Es geht um den Begriff und die Erfahrung von Zeitgenossenschaft. Die Zeit, die einfach so vergeht und möglicherweise plötzlich kommt, braucht offenbar eine Genossenschaft, die ihr dazu verhilft, sie selbst als historische Zeit zu sein. Das geschieht heute unter der Bedingung einer kommunikationstechnisch hergestellten Gleichzeitigkeit, die Menschen rund um den Globus miteinander teilen können.

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Die Umstellung von Linguistik auf Big Data verspricht den Zugang zum Weltwissen ohne Sprachhürden. Ausgehend von der radikalen Verschiedenheit intellektuell-sinnhafter und maschinell-semantikfreier Sprachübersetzung entwirft der Vortrag ein Forschungsvorhaben, das beide Übersetzungsparadigmen aufeinander bezieht: eine Umschrift von technischen in kulturwissenschaftliche Termini und vice versa als Epistemologie digitaler Medien.

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Die Zeit ist nie nur unsere Zeit, sondern immer auch die Zeit der anderen – der Zeitgenossen, schreibt Heinz Bude in einem Gastbeitrag auf science.orf.at. Der renommierte Soziologe beschäftigt sich darin mit einem schwer fassbaren Begriff: Was bedeutet Zeitgenossenschaft in einer Welt globaler Gleichzeitigkeit, abnehmender Gewissheiten und wachsenden Erschreckens?

Zeugen von Katastrophen – etwa das Wrack der versunkenen »Titanic« – üben auf Menschen seit Langem eine besondere Anziehung aus. Im Rahmen der ifk Tagung »Alles bröckelt« schreibt Thomas Macho in einem Gastbeitrag science.orf.at für über die Anfänge des Katastrophentourismus und die Lust am Grauen.