»Just a Trick«. Temporäre Eheschließungen am Flughafen in vietnamesisch-U.S.- amerikanischer Flüchtlingsliteratur
Panel 1: Flucht und Migration
Umstrittenes Asyl »an vorderster Front«. Der Frankfurter Flughafensozialdienst und die bundesdeutsche Asyldebatte (1980–1993)
Die Ehe der Jahrhundertwende ist eine »soziale Komödie«, so die österreichische Autorin Marie delle Grazie mit Blick auf den Widerspruch der Ehe als institutionalisierte Beziehung und ökonomische Institution. Der Vortrag untersucht die strukturelle Homologie zwischen komödiantischem Spiel und ehelicher Praxis auf jenen Bühnen, die eine im Kern ökonomische Einrichtung bereitstellen.
Wie gehen wir heute mit den in Schweigen gehüllten nationalsozialistischen Täterschaften unserer Vorfahren um? In Konfrontation mit Texten aus der eigenen Familie wird in dieser künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung mit Fokus auf Frauen als Täterinnen die ethnopsychoanalytische Methode der Deutungswerkstatt experimentell auf die Probe gestellt.
PETER FILKINS: Das Dilemma des Biografen
Ifk Gastbeitrag von Fulbright ifk Senior Fellow Peter Filkins für science.orf.at: »Das Dilemma des Biografen«
Als der Gepäckwagen die Rolltreppe bezwang
Flughäfen sind – auch in Zeiten der Klimakrise – Knotenpunkte einer vernetzten Welt. Reisende fliegen von A nach B, ebenso ihr Gepäck. Oft wird das aber schon an den Rolltreppen zur Last. Abhilfe schuf der rolltreppenfähige Gepäckwagen: Die Geschichte dieser erstaunlichen Erfindung skizziert der Kunsthistoriker Markus Grossbach in einem Gastbeitrag.
Der lebendige Alltag am Nicht-Ort Flughafen
Wie Supermärkte und Bahnhöfe sind Flughäfen nicht nur funktionale Infrastrukturen. Für viele, gerade auch Obdachlose und Asylsuchende, sind sie ihr Lebensmittelpunkt. Eine Wiener Tagung widmet sich diesen Alltagsgeschichten.
1959 wurde Hannah Arendt nach Hamburg eingeladen, um den Lessing-Preis entgegenzunehmen. Sie konnte den Preis als Jüdin nicht ablehnen, aber sie konnte ihn auch nicht als Deutsche annehmen. Eingeladen als Humanistin, sprach sie als Jüdin. Identität wird bei ihr zur politischen Tatsache, die sie dann auch auf die Bühne der Preisverleihung bringt.
HANNAH ARENDT. Der Besuch der jüdischen Dame
1959 wurde Hannah Arendt nach Hamburg eingeladen, um den Lessing-Preis entgegenzunehmen. Die politische Theoretikerin und Publizistin konnte den Preis als Jüdin nicht ablehnen, aber auch als Deutsche nicht annehmen. Identität wird bei ihr zur politischen Tatsache, wie der Soziologe Natan Sznaider in einem Gastbeitrag beschreibt.
Kann Erdachtes, das offensiv der Erfahrung widerspricht, Wirkungen im Realen zeitigen? Das 1911 publizierte Buch »Die Philosophie des Als Ob« von Hans Vaihinger bejaht dies emphatisch: Fingieren ist dazu da, die Realität zu erkennen, sie zu durchdringen und folglich zu meistern. Diese Idee fand unter Zeitgenoss*innen ungemeine Zustimmung. Und sie inspiriert – und irritiert – bis heute.