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Im Mittelalter wurden viele Überbleibsel römischer Bauwerke wiederverwendet. Verschiedene Kulturen betrieben mit den Säulen, Statuen und anderen Bauteilen eine Art »materielle Geschichtsschreibung«, schreibt der Kunsthistoriker Armin Bergmeier in einem Gastbeitrag anlässlich seines ifk Vortrags auf science.orf.at.

Sie sind sehr viele, sie sind überall, sie haben unterschiedliche Gestalten und Funktionen, ihre Auftritte finden unter verschiedenen Vorzeichen statt, und ihre Verweildauer kann kurz oder erstaunlich lang sein. Was die Nebenfiguren bei aller Verschiedenheit indes gemeinsam haben, ist ihr paradoxaler Status im Feld der Wahrnehmung: bei voller Sichtbarkeit weitgehend unbeachtet zu bleiben.

Was eine Beachtung der Nebenfigur bedeuten könnte, wie sie sich bislang gestaltet hat, und von welchen Prämissen und Aporien die Versuche gekennzeichnet sind, ihre Bedeutung zu würdigen, ist die zentrale Frage dieses Essays, der entsprechende Auftritte im Spekturm von Film, Tanz, Theater, Serie und Bildender Kunst untersucht.

Verzicht hat oft einen schlechten Ruf. Obwohl er eine freiwillige Entsagung beschreibt, gilt er landläufig als aufoktroyierte »Spaßbremse« und wird häufig zum Gegenbegriff von Lebensfreude und Genussfähigkeit stilisiert – gerade auch in der Politik. Dabei ist Verzicht ein Thema, dem – allen Verdrängungsleistungen zum Trotz – existenzielle Bedeutung bei der Gestaltung unserer Zukunft zukommt.

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ifk NOW 01/26

ifk NOW is the print magazine of the ifk. It is published twice a year and provides information about the semester program and the ifk Fellows.