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Die Ehe der Jahrhundertwende ist eine »soziale Komödie«, so die österreichische Autorin Marie delle Grazie mit Blick auf den Widerspruch der Ehe als institutionalisierte Beziehung und ökonomische Institution. Der Vortrag untersucht die strukturelle Homologie zwischen komödiantischem Spiel und ehelicher Praxis auf jenen Bühnen, die eine im Kern ökonomische Einrichtung bereitstellen.

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1959 wurde Hannah Arendt nach Hamburg eingeladen, um den Lessing-Preis entgegenzunehmen. Die politische Theoretikerin und Publizistin konnte den Preis als Jüdin nicht ablehnen, aber auch als Deutsche nicht annehmen. Identität wird bei ihr zur politischen Tatsache, wie der Soziologe Natan Sznaider in einem Gastbeitrag beschreibt.

Kann Erdachtes, das offensiv der Erfahrung widerspricht, Wirkungen im Realen zeitigen? Das 1911 publizierte Buch »Die Philosophie des Als Ob« von Hans Vaihinger bejaht dies emphatisch: Fingieren ist dazu da, die Realität zu erkennen, sie zu durchdringen und folglich zu meistern. Diese Idee fand unter Zeitgenoss*innen ungemeine Zustimmung. Und sie inspiriert – und irritiert – bis heute.

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