Als die Umwelt sozial wurde
Die Ökologie gilt meist als Naturwissenschaft. Dabei wird das Verhältnis von Mensch und Umwelt seit Langem auch aus geisteswissenschaftlicher Sicht erforscht. Das Wiener Institut für Soziale Ökologie zählt seit seiner Gründung vor 40 Jahren zu den Vorreitern. Die Wurzeln der Forschungsrichtung zwischen Disziplinen, Wissenschaft und Aktivismus beleuchtet die Wissenschaftshistorikerin Lisa Cronjäger in einem Gastbeitrag auf science.orf.at.
Weibliche Wut als strategische Sackgasse
Wut gilt heute in manchen feministischen Kreisen als authentischer Ausdruck von weiblichem Widerstand und politische Strategie. In einer von Männern dominierten Welt ist das verständlich, meint die Kulturwissenschaftlerin Lisa Downing in einem Gastbeitrag für science.orf.at anlässlich der ifk Tagung »All the Rage«.
Die Kunst der Spurenlosigkeit
In den 1960er-Jahren durchwirkt ein neues Strukturprinzip die verschiedensten Strömungen, Stile und Werkstoffe der internationalen Avantgarden: der intendierte Verfall.
aka/ifk Lecture – Since the 1960s archival principles have increasingly been used by visual artists to structure their works. Their aesthetic practices consist of archival inquiry or construction, and the works are built out of archival materials. This use of the archive for artworks does not, however, imply an unreflected instrumentalization of the archive as artistic medium.
Praising the Criminal in Song
Songs about outlaws have been sung since Antiquity; the cult of the brigand seems to be a quirky feature of the human psyche. Without attempting explanations for the phenomenon, the talk will focus on a selection of such ballads, with the intent of highlighting the very different approaches from which they are built.
Die Offenheit akustischer Aufzeichnungen für Nebengeräusche wird seit den späten 1960er-Jahren nicht nur als Problem, sondern auch als Chance begriffen. Im Kontext von Field Recordings gewinnen Störungen und Hintergrundrauschen Bedeutung. Anhand historischer Umgebungsaufnahmen verfolgt dieser Essay die Epistemologie akustischer Ökologie–Konzepte in den 1970er-Jahren. Er ist eine Einladung zum Zuhören: Vögel und Straßenszenen, Buckelwale, Brandungsrauschen und der Sound von politischem Protest.
Umkämpfte Sorge
Im strukturell sorglosen Kapitalismus wird Sorge zur politischen Artikulation des Begehrens nach anderen Beziehungen. Insbesondere in Archiven queerer und feministischer Proteste finden sich Flugblätter, Manifeste, Bilder und theoretische Texte, die Sorge auf unterschiedliche und teils widersprüchliche Bedeutungsebenen politisieren.
»Ankunft in Rom. Am ersten Juli. Zweihundertunddreißig Jahre und acht Monate nach Goethe.« Simon Strauß lässt seinen Protagonisten in Römische Tage auf der Suche nach alter Größe und einem dieser Größe angemessenen Lebensgefühl bürgerlicher Erhabenheit nach Rom reisen – und scheitern.
Die ersten gedruckten, regelmäßig erscheinenden Zeitungen kamen in Europa im frühen 17. Jahrhundert auf den Markt. Zeitgleich richtete Galileo Galilei das Fernrohr gegen den Himmel.
Ab 1850 vollzieht sich eine radikale Transformation der Bibliotheken, und das weltweit. Sie bleiben Literaturarchive, werden aber nun durch regelmäßige Etats zu Orten, die das Neueste im Regal haben und das aktuellste Wissen kommunizieren. Das Lesen wird in den modernen Industrie-gesellschaften zur umfassenden Beschäftigung mit der eigenen Welt, der Aufenthalt in der Bibliothek zu einem Akt der Selbstvergewisserung.