Im Mai 1928 ist das Museum für Völkerkunde in Wien eröffnet worden, als Ort für die kulturvergleichende Darstellung der Menschheitsgeschichte. Die Gründungsphase des heute als Weltmuseum bekannten Hauses war überschattet von fachlichen, persönlichen und vor allem auch ideologischen Konflikten, wie ifk Junior Fellow Veronika Stachel in einem Gastbeitrag auf science.orf.at ausführt.
Is there a fundamental difference between denunciation—with its malicious and spiteful connotations and association with authoritarian regimes—and informing authorities of scofflaws associated with those very violent and antidemocratic regimes once such systems have been toppled?
Turbofolk als Erinnerungsort
Turbofolk ist in den 1990er Jahren berühmt und berüchtigt geworden. Der Musikstil stammt aus Serbien, beim Zerfall Jugoslawiens wurde er als Soundtrack des serbischen Nationalismus und der Jugoslawienkriege gesehen. Musikalisch kombiniert Turbofolk Elemente traditioneller Volksmusik vom Balkan und des Nahen Ostens mit den schnellen, harten Beats der Drum-Machine. Heute, 30 Jahre später, hat sich die Bedeutung von Turbofolk gewandelt. Zumindest in Wien ist seine politische Dimension in den Hintergrund getreten. Dafür ist Turbofolk zu einer Art Erinnerungsort geworden für Menschen aus allen Teilen Ex-Jugoslawiens, die in Wien leben.
https://oe1.orf.at/programm/20230601#720336/Das-Monatsmagazin
Es geht um den Begriff und die Erfahrung von Zeitgenossenschaft. Die Zeit, die einfach so vergeht und möglicherweise plötzlich kommt, braucht offenbar eine Genossenschaft, die ihr dazu verhilft, sie selbst als historische Zeit zu sein. Das geschieht heute unter der Bedingung einer kommunikationstechnisch hergestellten Gleichzeitigkeit, die Menschen rund um den Globus miteinander teilen können.
Die Umstellung von Linguistik auf Big Data verspricht den Zugang zum Weltwissen ohne Sprachhürden. Ausgehend von der radikalen Verschiedenheit intellektuell-sinnhafter und maschinell-semantikfreier Sprachübersetzung entwirft der Vortrag ein Forschungsvorhaben, das beide Übersetzungsparadigmen aufeinander bezieht: eine Umschrift von technischen in kulturwissenschaftliche Termini und vice versa als Epistemologie digitaler Medien.
Was Zeitgenossen in Krisenzeiten bedeuten
Die Zeit ist nie nur unsere Zeit, sondern immer auch die Zeit der anderen – der Zeitgenossen, schreibt Heinz Bude in einem Gastbeitrag auf science.orf.at. Der renommierte Soziologe beschäftigt sich darin mit einem schwer fassbaren Begriff: Was bedeutet Zeitgenossenschaft in einer Welt globaler Gleichzeitigkeit, abnehmender Gewissheiten und wachsenden Erschreckens?
Bereits im langen 19. Jahrhundert wurden das Sichern, Erfassen, Beobachten und Vergleichen der Forschungsobjekte anhand des fotografischen Mediums zu den wichtigen Bestandteilen der anthropologischen Wissensproduktion.
From the rising carbon dioxide molecules trapping heat, to the wings of drones permitting a remote execution of war violence, or the dust of toxic particles raining onto agricultural fields, there are countless traces that have made the air explicit.
Im 19. Jahrhundert sammelten westeuropäische Semitisten tausende Papierabdrücke semitischer Steininschriften. Solche »Abklatsche«, dreidimensionale Kopien aus Papier, galten als leicht herzustellende und zuverlässige Art, Inschriften zu untersuchen, deren Originale sich im Nahen Osten befanden.
In her aka/ifk Lecture, cultural theorist and video artist Mieke Bal talks about discovering the idea of semiotics