18:00
Suchmaschinen in der Vormoderne? Yellow Pages in der Frühen Neuzeit? Anton Tantner hat erste Spuren dieser Dienstleistungen in analoger Form in Paris gefunden: das „Bureau d’adresse“ des Arztes Théophraste Renaudot, das gleichzeitig als Verkaufs-, Arbeits- und Kreditvermittlungsstelle, Pfandhaus, Veranstaltungsort für Vorträge und auch als Armenklinik fungierte.
18:00
Das Jahr 1975 bedeutet eine gewaltige Zäsur für die Großmacht Portugal: Alle ehemaligen afrikanischen Kolonien werden autonom. Der Mythos vom portugiesischen Volk der mächtigen Eroberer muss nun verworfen werden. Verena-Cathrin Bauer untersucht anhand von Spielfilmmaterial das alte wie auch das sich neu strukturierende Selbstbild in den Narrativen der PortugiesInnen.
18:00
Cornelia Zumbusch geht der Frage nach, auf welche Weise die Zeit in den Erzählungen des 19. Jahrhunderts erfahren wird und an erzählerischer Form gewinnt. Denn der Fortgang von Industrialisierung und Urbanisierung unterliegt temporalen Verzögerungen und Beschleunigungen.
18:00
Yfaat Weiss, Professorin für jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem, legt die verschüttete Geschichte der verdrängten arabisch-jüdischen Nachbarschaft in Haifa frei. Eine Geschichte von starken Bindungen und brutalen Brüchen.
18:00
In der Epoche der Frühen Neuzeit gilt Regentschaft als Zeichen göttlicher Gnade. Die Souveränität des Herrschers ist somit nicht verhandelbar, nicht von Menschen be- oder verurteilbar. Der Platz des Königs kann in diesem Denksystem nicht vakant bleiben. Was geschieht nun, wenn der natürliche Körper des Herrschers zerstört wird? In exemplarischen Texten Shakespeares geht Florian Baranyi der Frage nach, welche Gefahr für die Stabilität gesellschaftlicher Ordnung von einem Angriff auf das Leben des Regenten ausgeht. Und welches politische Kalkül dem Königsmörder den Platz als Herrscher sichert.