Programm

05 Mai 2014
18:00

Der spätromantische deutsche Schriftsteller Achim von Arnim hält 1811 eine Rede, in deren Struktur nicht nur antijüdische Stereotype eingebaut sind, sondern auch bereits rassistisch begründete Antisemitismen. Katharina Krčal spricht in ihrem Vortrag über frühe Zuschreibungen eines „heimlichen Juden“, über dessen „Gefährlichkeit“ und zeitgleich Anklagen seiner mangelnden Assimilationsfähigkeit.

12 Mai 2014
18:00

Im besetzten und geteilten Berlin der frühen Nachkriegsjahre wurden in beiden Zonen Filme gezeigt, die mit Bildern von praller Mode und Konsum nicht sparten. Zielgruppe waren Frauen, die unter schlechten Lebensbedingungen um ihr Überleben kämpften. Mila Ganeva fragt nach den Motiven dieses weiblichen Kinopublikums.

19 Mai 2014
18:00

Dass Theater ansteckend sei, meinte der Polizeiapparat der Metropolen Wien und Berlin um 1900 durchaus im pathologischen Sinn. Im Umfeld von Schauspielerinnen hole man sich die Syphilis und würde in den unsittlichen Sumpf gezogen. Jan Lazardzig geht den (De-)Regulierungen von Theater und Prostitution durch das Präventionsregime der Polizei jener Zeit nach.

26 Mai 2014
18:00

Am Umgang mit orientalischen Teppichen ab den 1850er-Jahren lässt sich die Spannung zwischen Internationalisierung des Geschmacks und gleichzeitigem Verlangen nach Unnachahmlichkeit und Authentizität ablesen. Céline Trautmann-Waller untersucht die enge Beziehung zwischen Ornament und Ethnos und das Wirken eines textilen Paradigmas in den Vorstellungen von Gemeinschaft und Poiesis.