Programm

23 - 29 August 2015

Spiel gehört zu den elementaren Kulturtechniken des Menschen: Keine Kindheit ist ohne Spiele, keine Gesellschaft denkbar ohne sie. Spiel ist ebenso Gegenentwurf wie Teil der Wirklichkeit, es erscheint als Ursprung aller Kultur, wie es Johan Huizinga in seinem „Homo ludens“ betrachtet, und zugleich als ihr Produkt; Spiel kann als Gegensatz zu Arbeit betrachtet werden, wie umgekehrt – im Wiederholungsmoment der mechanisch anmutenden Bewegung des Spielers – als „Nachbild unfreier Arbeit“ (Adorno). Zugleich ist Spiel im Zeichen von Computerspiel und Gamification, von Glücks- und Sportspielkulturen der ökonomisch bedeutendste Global Player der Kultur- und Bewusstseinsindustrie der Gegenwart. Die Matrix eines Spiels bietet sowohl Geregeltes als auch Zufälliges, Spontanes und Ephemeres, Spiel ist ein Raum des Unbestimmten, des Möglichen, der Begegnung und – nicht zuletzt – des Zeitvertreibs im Wortsinn. Obwohl Spiel im Moment des Spielens die Imagination von Gleichheit schafft, sind Spielräume nicht zuletzt auch Zonen sozialer und kultureller Verteilungskämpfe: Wer darf mitspielen, wer nicht? Wer macht die Regeln des Spiels?