Programm

20 - 26 August 2017

Seit einer Reihe von Jahren wird ein „affective turn“ in den Kultur- und Sozialwissenschaften beobachtet. Ins Zentrum der Aufmerksamkeit sind Affekte, Gefühle und Emotionen gerückt; ihr Einfluss auf Kulturen und Gesellschaften wird zunehmend schärfer reflektiert.

Forschungsprojekte und Publikationen dazu provozieren Fragen nach den Gründen des neu entfachten Interesses an den Gefühlen. Ist es der Anbruch des digital age, eines Zeitalters sozialer Medien, globaler Verbreitung von Nachrichten und Bildern? Sind es politische und ökonomische Krisen, die auf Affekte wie Angst oder Wut bezogen werden können? Und warum tritt nach einer Zeit der Dominanz einer strukturalen oder statistisch fundierten Kulturanalyse und Historiografie das Interesse an Narrationen, an Quellen wie Tagebüchern, Fallgeschichten oder Biografien, in den Vordergrund? Das Spektrum der Fragen, die auf der IFK_Akademie 2017 diskutiert und verhandelt werden sollen, ist weit gefasst.