Mit dem Happy End ist zumeist das gute Ende einer Geschichte gemeint. Doch ist ein „glückliches Ende“ wirklich immer ein gutes? Vor der derzeitigen Flut an dystopischen Entwürfen in Literatur, Film und Theater, aber auch in der Geschichte, Soziologie und Urbanistik lässt sich diese Frage neu stellen: Sind Happy Ends Reaktionen auf Szenarien der Ausnahme? Dienen sie zur Traumaverarbeitung, gerade vor dem Hintergrund von negativen Erfahrungen? Was verbindet sie mit den Wünschen für eine gute Beziehung, einen guten Arbeitsplatz oder auch dem guten Leben in einer Stadt? In welchen Sektoren sind sie am häufigsten zu finden? In welchen Genres, bei welchen Figuren, Motiven? Wie gehören Komik und Happy End zusammen? Können gute Enden auch offen sein?
Schon Kaiser Joseph II. veranlasste, dass Stücke im Wiener Burgtheater keine traurigen Schlüsse mehr hatten, um sein Volk nicht in schlechte Stimmung zu versetzen. Selbst „Romeo und Julia“ oder „Hamlet“ wurden nicht verschont. Und heute? Während in der Öffentlichkeit durchaus diverse und oftmals ironische Antworten zirkulieren, favorisieren politische Strömungen mit populistischen und nationalistischen Entwürfen eine andere Tendenz, die das Happy End auf seine konservative Bedeutung reduziert: Der weiße Mann bekommt die Hausfrau seiner Träume und rettet nebenbei die Welt. Kurzum, was sagen uns geschichtsphilosophische, soziologische, kulturwissenschaftliche und künstlerische Zukunftsvisionen über die Lage der Gegenwart?
Die IFK_Sommerakademie 2019 widmet sich in interdisziplinären Gesprächen den möglichen Happy Ends unserer Zeit.