Program

11 - 12 November 2010

Mit dem Konzept des „Denkstils“ beschrieb der polnische Mikrobiologe Ludwik Fleck 1935, wie wissenschaftliche Tatsachen aus Denkkollektiven, aus lang dauernden institutionellen, kulturellen und wissenspolitischen Konstellationen entstehen, die auch lokale Konturen haben können. Bei dieser Tagung wird Flecks Konzept auf einen besonderen Fall angewendet: „Die Biologie in Wien“ (Paul Kammerer, 1925). Hat sich in der Geschichte des biologischen Wissens vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in unsere Tage der besondere Denkstil einer Wiener Biologie entwickelt?

15 November 2010
18:15

Topografische Ordnungen machen „Gedankendinge“ anschaubar und handhabbar. In der Interaktion von Punkt, Linie und Fläche entsteht nicht nur ein Darstellungsraum, sondern auch ein Experimentier- und Denkraum. Worin liegt das Geheimnis der kognitiven und orientierenden Leistungen des Graphismus? Worin wurzelt die Erkenntniskraft der Linie? Diese Fragen erörtert die an der Freien Universität Berlin tätige Philosophin Sybille Krämer.

22 November 2010
18:15

Bis ins 20. Jahrhundert hinein galten Kristallisationsphänomene als Evidenz für die Fähigkeit von Materie zur Selbstorganisation. Sie boten damit Alternativen zu zeitgenössischen biologischen Erklärungsprinzipien. Thomas Brandstetter untersucht, welches Bild vom Leben und vom Lebendigen sowie welche Vorstellung von den Methoden und Reichweiten der Biologie bei der Verwendung von Modellen, wie dem Kristall, impliziert waren. Nicht zuletzt soll damit auch die Rolle der Modellbildung und der Imagination in der biologischen Forschung ausgelotet werden.

25 - 26 November 2010

Was passiert bei Interpretation, Übersetzung und Neukontextualisierung von Wissen? Was genau wird dabei verändert? Was sagen Transformationen über die InterpretInnen aus, was über die RezipientInnen?

29 November 2010
18:15

Wie hat sich aus transnationaler und -kultureller Perspektive im Lauf des 20. Jahrhunderts die Beziehung zwischen gesellschaftlicher Militarisierung und den Vorstellungen von Kindheit verändert? Sabine Frühstück untersucht diese Frage anhand von Beispielen sich radikal wandelnder japanischer, deutscher und amerikanischer Kriegsspiele im Gelände, in Wohnzimmern und im Cyberspace.